Geschichtliches von Burg Lockenhaus

Die Burg wurde um das Jahr 1200 über dem Tal der Güns erbaut. Wie schon das Schaubild verrät, besteht die Burg Lockenhaus aus zwei Wehrbauten aus unterschiedlichen Zeitabschnitten. Die Burg wurde um 1636 unter den Grafen Franz Nádasdy III. um den Anbau der "Unteren Burg" bereichert.

 

Im Jahr 1968 erwarb die Familie Prof. Paul Anton Keller die Burg in ruinösem Zustand. Das Ehepaar Keller verkaufte seinen gesamten Bestitz und inviestierte in die Erhaltung des einmaligen europäischen Kulturdenkmals, die Burg Lockenhaus, aus Eigenmitteln 7 Millionen Schilling. Leider verstarb Prof. Keller 1976. Solange Barmittel vorhanden waren, führte seine Frau Margret das begonnene Aufbauwerk fort. Frau Keller hat anschließend beschlossen, die Burg in uneigennütziger Weise zum Angedenken ihres Mannes in die "Prof. Paul Anton Keller-Stiftung" einzubringen.

 

In der Hochburg befindet sich unter anderem ein unterirdisches Verließ, das von gefangenen Türken aus dem Fels gehauen wurde. Eine Urkunde aus dem Jahr 1557 berichtet, dass 16 Türken darin lebend verbrannten.

 

Die alte Burgküche(Rauchkuchl) wurde in den Jahren 1557 bis 1559 gebaut. Ihr sind zwei Vorratskammern angeschlossen. In der Rauchkuchl befindet sich eine riesige Herdstelle, von Vierkant-Steinsäulen flankiert, die von einem beträchtlich geweiteten Rauchschlot überdacht ist.

 

Der Kultraum ist jener Bauteil der Burg, über den wohl am meisten herumgerätselt wurde und immer noch wird. Dieser rechteckige Raum ist gleich dem Kapellenturm und dem Bergfried aus sorgfältig behauen Quadern gebaut, die zahlreiche Steinmetzzeichen aufweisen. Auch als Schatzkammer, Unterkirche, Apsidenraum wurde der Kultraum bezeichnet. Die zwei Kreuze, in je einer Apside sichtbar, sind nicht ungefährt angebrachte Symbole. Diese Kreuze in den Schlusssteinen der Apsiden hat die kunstgeschichtliche Forschung als ein Tatzenkreuz und ein lateinisches gleichgeschenkeliges Kreuz vermerkt.

Die Burg hütet ihre Rätsel seit Jahrhunderten und wird dies noch lange tun.

 

Die Kapelle in der Hochburg ist dem heiligen Nikolaus geweiht und besitzt noch Rest von Fresken aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts. Das Freskobild gilt als ältestes Kulturdenkmal des Burgenlandes. Die Grundfläche erweist, dass hier nur eine geringe Personenanzahl, vielleicht die Herrschaft, der Messe beiwohnen konnte.

Unter der Kapelle befand sich früher die Gruft der Familie Nádasdy, die im 16. Jahrhundert in die Pfarrkirche Lockenhaus verlegt wurde.

 

Der gotische zweischiffige Rittersaal nimmt die volle Breite der Hochburg zur Südseite ein. Die Bergformation bestimmt, dass der Saal in der Mitte der Längsachse geknick ist, wodurch sich die reizvollen Überschneidungen der Gewölbe ergeben. Der prächtige Rittersaal wird von 5 achteckigen Säulen getragen. Der künstlerische Eindruck, den der Raum vermittelt, ist außerorderntlich und einmalig in ganz Österreich.

 

Den Brunnen im Burghof ließ Thomas Nádasdy von ausländischen Maurern erbauen. Dieser Brunnen war im Urzustand 2 Meter breit und 114 Meter tief. In der Nachkriegszeit wurde er ca auf 30 Meter zugeschüttet. Laut einer Sage befinden sich unten im Brunnen 3 Fluchtwege.

 

Der Festsaal bietet Platz für 600 Personen. Früher befanden sich darin Wohnräume der Grafschaft. Der Festsaal wird für verschiedene Konzerte verwendet. Zum Bespiel die berühmten Kammermusikfestspiele unter Leitung des weltberühmten Geigers Gidon Kremer oder Panlöftenkonzert von Daniela de Santos uvw.