Die Blutgräfin Erzsébeth Báthory

Blutgräfin Erzsébeth Báthory
Blutgräfin Erzsébeth Báthory

Lockenhaus beherbergte eine düstere Herrin, des Burgherrn Franz Nádasdy II. Gattin, Erzsébeth Báthory (Bild), eine der hemmungslosen Blutmörderinnen der Geschichte. Erzsébeth wurde 1560 geboren und gehörte einer der mächtigsten und erlauchtesten ungarischen Familien der damaligen Zeit an. Die ständigen Heiraten innerhalb der ungarischen Adelsfamilien, durch die ihr Besitz zusammengehalten werden sollte, hatten allerdings zu einer genetischen Degeneration geführt. Elisabeth selbst litt an epileptischen Anfällen, einer ihrer Onkel war ein bekannter Satanist, ihre Tante Klara eine sexuelle Abenteuerin und ihr Bruder Stephan ein Trinker und Wüstling. Ihre Tante Klara hatte eine notorische Neigung zur lesbischen Zuhälterei und ihre Cousine Anna praktizierte Hexerei und tötete ihr eigenes Kind.

Schon im zarten Alter von 11 Jahren wurde Elisabeth mit Franz Nádasdy II. dem Sohn einer anderen ungarischen Adelsfamilie verlobt. 1575, Elisabeth war 15 Jahre alt, heiraten die beiden.

Im Jahr 1600, als Franz starb, begann Elisabeths Hauptperiode ihrer Graultaten. Zuerst warf sie ihre verhasste Schwiegermutter aus der Burg und brachte ihre Kinder bei Verwandten unter.

 

Elisabeth war sehr eitel und hatte Angst ihre Schönheit zu verlieren und alt zu werden. Sie wollte jeden Tag jung und wunderschön sein. Jeden Tag suchten sie und ihre treueste Dienerin Ann Darvolia nach Mitteln der ewigen Jungend.

Eines Tages machte die Gräfin dann die Entdeckung, nach der sie schon lange suchte:

Die frisierende Zofe, deren Aufgabe es war, dass Haar der Gräfin zu kunstvollen Frisuren aufzustecken, musste immer besonders behutsam sein, weil die Herrin das Zausen und Reißen absolut nicht vertragen konnte und sehr empfindlich war. Einmal zog die Zofe aber etwas zu streng an Elisabeths Haaren. Die Gräfin war außer sich vor Zorn und verpasste der Zofe eine heftige Ohrfeige, wobei diese aus dem Mund und Nase zu bluten begann. Dabei war ein Tropfen Blut auf die züchtigende Hand gefallen. Mit Ekel und Widerwillen griff die Gräfin nach einem Tuch um das Blut abzuwischen. Elisabeth, stets um ihr Aussehen besorgt, glaubte festzustellen, dass die Haut, die vom Blut des Mädchens verschmiert war, frischer, glatter und jungendlicher erschien, als es seit Jahren der Fall gewesen war.

Augenblicklich blitzte in der hohen Stirn ein entsetzlicher Gedanke auf. Sie rief sofort nach Darvolia, um ihr davon zu berichten. Diese bestätigte selbstverständlich das "Wunder" und somit lag es für die beiden auf der Hand, welches das Wundermittel der ewigen Schönheit für die Gräfin war: Menschenblut! Aber selbstverständlich nur von jungfräulichen Mädchen, da es kein reineres gab.

Unverzüglich rief sie zwei ihrer Dienerinnen zu sich, welche die Adern des verängtigten Mädchen aufschnitten und ihr Blut in einen Bottich fließen ließen, damit Elisabeth darin baden konnte.

 

Dieses erste Blutbad der Gräfin leitet eine Orgie ein, die zehn Jahre dauerte. Männliche und weibliche Komplizen suchten das Land nach unverheirateten jungen Mädchen ab, nach deren Blut es Elisabeth gelüstete, und lockten sie mit dem Versprechen einer guten Stellung als Dienerin auf die Burg.

 

Es kamen immer mehr Komplizen zur Hilfe. Unter anderem auch ein Knabe Namens Johannes. Johannes war der einzige männliche Diener der an den Folterungen teilnahm. Gräfin Báthory verwendete verschiedene Methoden für die Folterung ihrer Dienerinnen und später auch Adelige. Sie arbeiteten schließlich vollkommen systematisch. Darvolia heckte die tollsten Mordpläne aus und brachte der Gräfin die einzelnen Methoden zur Folterung bei. Die Gräfin kannte kein Mitleid und auch kein Erbamen, sie wollte das Entschwinden der Lebensgeister beobachten. Das Windseln und Heulen war für die Gräfin eine entzückende Musik. Je ärger es zuging, desto wohler fühlte sie sich.

Die Tötungsakte waren nicht so leicht und unkompliziert als man vielleicht denkt. Die meisten ihrer Mädchen wurden von Elisabeth ein paar Wochen oder Monate gepeinigt, bevor sie getötet wurden.

 

Die Gräfin begann sich immer qualvollere Methoden auszudenken, wie sie die Mädchen töten konnte. Man verbrannte sie zum Beispiel mit glühenden Gegenständen. Wenn die Mädchen schrien, nähte man ihnen den Mund zu. Oder man schnitt in Fleisch aus Schulter und Wangen, ließ es braten und zwang die Mädchen das eigene Fleisch zu essen. Oder man stellte sie in die eiserne Jungfrau und schloss langsam die Tür.

 

Trotz der ungeheuren und kaum kaschierbaren Verbrechen, welche die "Blutgräfin" beging, blieb sie lange Zeit ungeschoren. Mit der Zeit ergab sich aber dann die Schwierigkeit, sich der Leichen zu entledigen. Die Darvolia hatte einige in Fruchtgruben begraben, andere lagen unter den Betten mit Kalk bedeckt. Im Laufe der Zeit wurde Elisabeth aber immer nachlässiger und statt die vielen Leichen zu vergraben, ließ sie diese einfach auf die Felder werfen, wo die Wölfe sie verschlingen konnten. Doch in einer Winternacht kamen die Wölfte zu spät. Vier Leichen wurden am Fuß der Schlossmauer von Leuten aus der Gegend gefunden. Der Sturm der Entrüstung, der sich daraufhin erhob, war so heftig, dass die Sache sogar dem König zu Ohren kam.

 

In der Nacht des 30. Dezember 1610 stürmten Soldaten die Burg. Die Soldaten waren geschockt von dem Bild, dass sie vorfanden. Ca. 600 Mädchen sind der Gräfin zum Opfer gefallen. Da Elisabeth als Adelige gewisse Privilegien genoss, wurde sie in der Burg unter Arrest gestellt, doch 16 Mitglieder Ihres Hofstaates, ihr Magier und ihre Folterknechte, wurden ins Gefängnis geworfen. Ihre Komplizen wurden alle zum Tode verurteilt. Elisabeth wurde nicht zum Tode verurteilt sondern zu einer lebenslangen Kerkerstrafe in dem Turm ihrer anderen Burg Cachtice (Bild unten) verurteilt. Ihr kleines Zimmer hatte keine Fenster, keine Tür, nur ein kleines Loch in der Wand wo man das Essen durchgeben konnte. Es waren ein paar Schlitze für die Luft und das war der einzige Kontakt mit der Außenwelt.

 

Nach 4 Jahren nach ihrer Verurteilung wollte einer ihrer Wächter einen Blick auf die berühmte Schönheit werfen. Er sah sie am Boden liegend mit dem Gesicht nach unten.  Erzsébeth war tot.

Burg Cachtice (Slowakei)
Burg Cachtice (Slowakei)
Burg Cachtice im heutigen Zustand
Burg Cachtice im heutigen Zustand